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21 Cents

Es handelt sich weder um den Namen eines neuen Rappers noch um einen Erfolgsfilm, sondern um den Betrag der Senkung der vierteljährlichen Dividende von GENERAL ELECTRIC (GE), die von
31 Cent auf 10 Cent schrumpft! Ein Trauma auf dem Finanzplaneten: seit 1938 ist es das erste Mal, dass der amerikanische Gigant eine Dividendenkürzung vornimmt, die bislang die höchste der Vereinigten Staaten war (13 Md$). Ein vom Markt sicherlich erwartetes Ereignis, wie es die Teilung des Kurses durch 5 innerhalb eines Jahres zeigt, jedoch gleichwohl ein „Schock“ für alle, welche die Börse als „mündelsicher“ begreifen: 70 Jahre gute und treue Dienste am Aktionär, die in 2008 in Frage gestellt werden, was symbolisch ist …
Diese Dividendenkürzung einer Institution wie GE illustriert die Schlacht, die zwischen dem Gläubiger (Person, die dem Unternehmen Geld leiht) und dem Aktionär (Anteilseigner, der Geld aufnimmt) tobt, um sich die zusehends schwindenden Gewinne zu teilen. Indem sie weniger Cash an ihre Aktionäre ausschüttet, wird GE auf Jahresbasis rund 9 Md$ „sparen“, jedoch vor allem versuchen, die ihr gewährte Einstufung AAA zu behalten. Diese Einstufung ist für ihren Finanzzweig GE Finance ausschlaggebend, der für mehr als 300 Md$ Schuldverschreibungen emittierte, untergebracht in allen Fonds des Planeten zu sehr maßvollen Kosten, wodurch viel auf dem Spiel steht!
Heute muss „um jeden Preis“ das Vertrauen der Gläubiger bewahrt werden, auch auf die Gefahr der Opferung des Aktionärs hin: der Zugang zum Kreditmarkt ist äußerst wichtig, denn es sind die privaten Investoren (Sie und ich), die die Unternehmen zum großen Teil an Stelle der um Kapital geminderten Banken finanzieren. Welcher Umschwung nach all den Jahren, in denen das Unternehmen Liquiditätszugang zu winzigen Kosten hatte (vor kurzem lieh sich die BNP noch Geld zu einem knapp über dem Zinssatz für französische Staatsanleihen liegenden Satz) und die Unternehmensleitungen immer davon sprachen, ihren Aktionären die höchstmöglichen Ausschüttungen zukommen zu lassen!
Seltsame Kreditkrise! Der Betrag der Emissionen privater Schulden in Form von börsenfähigen Schuldverschreibungen schlägt täglich alle Rekorde. In der Eurozone geht es um mehr als 80 Md€ an Obligationen, die in 2 Monaten ausgegeben wurden, d. h. das Doppelte der vorherigen Rekorde, die seit Einführung des Euro registriert wurden. Während dieser Zeit findet die Baisse der Aktienmärkte kein Ende (die weltweiten Indices geben durchschnittlich 18,5% ab) und die Aktionäre flüchten eiligst aus einem Universum, das kurzfristig wenig ertragreich erscheint.
Kurzfristig, das Wort ist heraus! Heute zählt das Überleben des Unternehmens nur für einen „voraussehbaren“ Zeithorizont und alle Entscheidungen werden in Abhängigkeit von diesem naheliegenden Termin gefällt, der seinerseits „ohne Transparenz“ bleibt. In einem solchen Betriebsklima wird jede Investitionsentscheidung ausgesetzt und auf das strikte Minimum beschränkt, Kostensenkung tritt an die Stelle von Strategie und die einzige Sicht über das Tagesgeschäft hinaus lässt sich in der Fälligkeitstabelle der zu tilgenden Schulden zusammenfassen. Kurz gesagt, kein Platz weder für eine aktionärsbezogene Strategie noch für ein auf die Plan-Cashflows der nächsten 10 Geschäftsjahre basierendes Nachdenken!
Im Kraftverhältnis sind heute folglich klar die Gläubiger den Gewinnern! Damit die „Braut“ in deren Augen „schön aussieht“, ist es fortan logisch, die für die Schuldentilgung erforderlichen Cashflows aus den Taschen des Aktionärs zu nehmen: der Ball der Dividendenkürzungen ist eröffnet (AXA, HSBC, UPM), während die Kapitalerhöhungen sich mehren (SAINT-GOBAIN, CRH, HSBC), um die Obligationeninhaber zu beruhigen.
LAFARGE gibt folglich gerade ein Programm bekannt, das Dividendenkürzung (-50% auf 2 €), Kapitalerhöhung (1,5 Md€), interne Einsparungen (600 M€) und Verkauf unstrategischer Vermögenswerte (1 Md€) vermengt, mit dem die Firma eine Refinanzierung von 1 Md€ über 2 Jahre bei einem Bankenpool erlangen kann. Diese freiwilligen Maßnahmen, getroffen in voller Übereinstimmung mit den Aktionären, werden LAFARGE zweifellos erlauben, in der Kategorie „Investment Grade“* zu bleiben, ohne in „High Yield“** zu fallen. Die solide Beschaffenheit des Aktionariats (GBL und Familie Sawiris) erinnert hier den Gläubiger daran, dass im Sturm ein starker Aktionär ausschlaggebend bleibt.

Der letzte Punkt ist in unseren Anlagestrategien der kommenden Monate sehr wichtig: die Versuchung der Gläubiger ist zu stark, die „Kleinaktionäre“ zu berauben, sobald es keinen einflussreichen Verhandlungspartner mehr gibt. Der Fall SAINT-GOBAIN und seine überraschende Kapitalerhöhung zu 14 € je Aktie (weniger als 40% des Eigenkapitals) ist eine ernste Warnung an den Markt: wehe den in Schwierigkeiten befindlichen Unternehmen, die keinen kraftvollen Aktionär bei guter Gesundheit besitzen.

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