MONATLICHER NEWSLETTER

Kleiner Schwindelanfall ?
Er heißt Jules, Ouissem oder Yu. Er ist gestern oder heute geboren. Er gehört zu den täglichen 350.000 Geburten auf der Erde und wie alle deren Bewohner muss er bereits wenigstens 7.300 USD zurückzahlen.
Nach der Rating-Agentur Moody’s grenzt nämlich Ende 2009 die Gesamtverschuldung aller souveräner Staaten des Globus an die Summe von 50.000 Md$. Das sind 45% mehr als zu Beginn der Krise. Dies macht ungefähr 80% des weltweiten BIP des Jahres 2010 aus. Es handelt sich um die Rechnung der starken Krise, aus der wir heute heraustreten. Es ist die Addition der verschiedenen Konjunkturprogramme, der Unterstützungsmaßnahmen für Geschäftstätigkeit und Banken, vor allem aber der Ausfall von Steuereinnahmen, wie von den meisten Finanzministern weltweit festgestellt.
Diese Zahlen verursachen Schwindel und wie so oft seit Beginn der schlimmsten Krise nach dem Zweiten Weltkrieg ist es schwierig, das Ausmaß dieser schwindelerregenden Summen zu „realisieren“ bzw. konkret oder greifbar zu machen. Alle diese angstmachenden Beträge ziehen in einem Milliardenwirbel vorbei, dessen Sinn uns am Ende entgleitet.
Die von Dubai angetroffenen finanziellen Schwierigkeiten veranschaulichen die unseligen Effekte der Überschuldung, die nicht nur ein Problem der entwickelten Länder sind. Ob man in Florida, Spanien oder auf den berühmten „Palm Islands“ in Dubai ist, die gleichen Ursachen führen zu den gleichen Auswirkungen: falls die Darlehnsgeber ihre Gelder einfordern, kann der Darlehnsnehmer einen Schwächeanfall erleiden…
Ist die Verschuldung folglich eine Spirale, die immer schlimm endet ?? Im Jahre 1946 belief sich die amerikanische Staatsverschuldung „nur“ auf 270 Md$, was jedoch 120% des damaligen BIP ausmachte. Diese Kennzahl liegt weit über einem derzeitigen beliebigen Katastrophenszenario für die USA. Die Crooner und anderen Rocker der 50er und 60er Jahre hätten große Mühe bei der Rückzahlung gehabt. Diese horrende Schuld verflüchtigte sich von selbst in der Wachstumsperiode der glorreichen 30er Jahre. In Dubai bedarf es ebenfalls einer Wachstumsphase und Zeit, um die 40% der freien Büroflächen zu belegen, während trotz Preiseinbruchs um mehr als 50 % in einem Jahr ein Viertel der Häuser leer steht.
In einem Universum, in dem die Zentralbanken täglich die Inflationserwartungen bekämpfen, ist die einzige Lösung, um diese Schuldenanhäufung abzubauen, folglich einfach und bekannt: Wachstum, Innovation und Privatinitiative fördern. Dies ist z. B. das ausgewiesene Ziel der „Großen“ Anleihe in Frankreich, selbst wenn der Endbetrag von 35 Md€ schließlich recht bescheiden ist, da er kaum 2,50% der Gesamtverschuldung des französischen Staats darstellt. Jedoch müssen auch die Steuern erhöht oder wenigstens ihr umfassendes Inkasso sichergestellt werden. Darin besteht der ganze Sinn des Kampfes gegen die Steuerparadiese, zu dem die G20 seit einigen Monaten eine dem Anlass entsprechende Einstimmigkeit an den Tag legte.
Aber was nun, wer wird bezahlen ? In einer berühmten Studie aus dem Jahre 2005, analysiert vom sehr ehrwürdigen „Institut National d’Etudes Démographiques - Nationales Demographie-Institut“, sah die UNO mit 95% Sicherheit eine Weltbevölkerung im Jahre 2300 voraus, die zwischen 2,3 und 36,4 Milliarden Menschen schwankte. Eine beängstigende Genauigkeit ! Wie Alfred Sauvy* im Jahre 1977 schrieb: « Die Zahl ist ein anfälliges Wesen, sensibel, die unter Folter den Wünschen ihres Peinigers entsprechende Geständnisse ablegt. Aber sobald sie in die Freiheit entlassen wird, nimmt sie das Gesagte zurück und bewahrt die häufig anklagenden Wahrheiten, die sie in sich schließt, intakt. »
Folglich übertragen wir den kommenden Generationen die Aufgabe, die Folgen der Maßlosigkeit unseres derzeitigen Lebensstils zu tilgen…
Es ist nicht unsere Absicht, zu erschrecken bzw. vor dem Ausmaß der Schwierigkeiten zu flüchten, denen wir in den kommenden Jahren gegenüberstehen werden. Ziel unserer Ausführungen ist, positive Faktoren angesichts von Zahlen und Beträgen zu finden, die derart eindrucksvoll sind, dass sie Schwindel verursachen können.

 

Die Lösung liegt in der guten Gesundheit der Unternehmen, da nur diese imstande sind, Arbeitsplätze zu schaffen und Neuerungen einzuführen, um das Wachstum zu beschleunigen… Und wir rechnen damit, als Aktionäre im Vordergrund zu stehen, um die Gewinner dieser Epoche zu begleiten, die sich schwierig, aber so chancenreich für diejenigen darstellt, die ihre Zukunft in die Hand zu nehmen wissen.

Zurück zum Seitenanfang

Drucken des Leitartikels
Alle beschriebenen Fonds haben die BaFin-Registration bekommen und sind jetzt für den Vertrieb in Deutschland verfügbar.